Silke Riel-Wittekind über die Entwicklung des Hamburger Hafens

21 08 23 Riel Wittekind

Silke Riel-Wittekind (r.) und Kirsten Neumann

Unsere Präsidentin Silke berichtet uns am 23.08.2021 als Mitarbeiterin der HHLA aus erster Hand über die Entwicklung des Hafens in den letzten Jahren und seine Perspektiven.
Ein kurzer Imagefilm der HHLA gibt uns einige Einblicke und Fakten, insbesondere über den Containerumschlag. Die HHLA beschäftigt 6.300 Mitarbeiter.

Weltweit fusionieren immer mehr Reedereien, und auch die Größe der Containerschiffe nimmt stetig zu: 2013 konnte ein großes Schiff 16.020 Container laden, heute nimmt es 23.960 Container auf. Die Abfertigung der Schiffe geschieht im 3-Schicht-Betrieb und erfordert eine sehr gute Stellplatz-(Yard)planung, denn die Lagerfläche in den teilweise voll automatisierten Terminals ist begrenzt. Das Umschlagen, d.h. Löschen und Beladen eines Containerschiffes mit rd. 6.000 Containerbewegungen dauert etwa 2 Tage. Eine Containerbrücke – von einem Menschen bedient - schafft etwa 30 Container pro Stunde. Hamburg hat durch die Anbindung an Wasser, Schiene und Straße für den Weitertransport der Container gegenüber den konkurrierenden Häfen wie Rotterdam und Antwerpen eine bessere Hinterlandanbindung, insbesondere für die Transporte nach Osteuropa. Doch die Lage des Hafens an der Elbe bedeutet auch einige Herausforderungen:

• Der 100 km lange Flusslauf der Elbe von der offenen Nordsee bis zum Hafen
• Die Wasserstraße bietet nur wenige „Begegnungsstellen“ für große Schiffe
• Schiffe driften im Starkwind ab – Fahrverbot ab Windstärke 6
• Der alte Elbtunnel begrenzt den Tiefgang für die Schiffe
• Die Köhlbrandbrücke begrenzt die Höhe der Aufbauten

Eine weitere Automatisierung der Abfertigung auf den Terminals, z.B. mit selbst fahrenden Containertransportfahrzeugen und Containerbrücken soll vorangetrieben werden. Ferner wird geforscht, wie weitere Transportmöglichkeiten wie dem Hyperloop oder Drohnen im Hafen zum Einsatz kommen können.